Der Turm

zweiteiliges TV-Movie für ARD / MDR / DEGETO / teamWorx

nach Motiven aus dem gleichnamigen Roman von Uwe Tellkamp

Trailer ARD: www.youtube.com

PREMIERE

24. September 2012 im Parkhotel "Weisser Hirsch" in Dresden

Erstausstrahlung ARD:

03. und 04. Oktober 2012

Regie

Christian Schwochow

Kamera

Frank Lamm

Produktion teamWorx

Nico Hofmann, Benjamin Benedikt

Redaktion MDR

Jana Brandt / Degeto: Bettina Reitz

mit Jan Josef Liefers, Claudia Michelsen, Sebastian Urzendowski, Götz Schubert, Hans Uwe Bauer, Steffi Kühnert, Nadja Uhl, Valerie Tscheplanowa, Peter Sodann, Hans Georg Schwill, Udo Schenk, Thorsten Merten, Stephanie Stumph, Sergej Moya, Bruno Renne, Christian Sengewald, Ellen Gronwald, Ramona Kunze-Libnow, Peter Weiss, Picco von Groote, Lea Ruckpaul, Josephin Busch, Janusz Kocaj, Anke Retzlaff, Peter Prager, Claudia Geisler, Annika Olbrich, Andreas Döhler, Frieder Venus, Klaus Bieligk, Lars Jung, David C. Bunners, Angelika Böttiger, Annabelle Leip, Jochen Kretschmer, Matthias Faust, Daniel Zillmann, Antonia Wannek, Daniel Fripan, Albrecht Abraham Schuch, Olaf Burmeister, Max Hopp, Benedict Kauff, Frank Horst, Wolfgang Großmann, Andreas Genschmark, Johannes Gärtner, Julia Henke, Christian Mock, Roland Richter, Mirkus Hahn, Fridolin Meinl, Janna Horstmann, Recardo Koppe, u. a.

"Wenn ich den Sozialismus preisen muss, oder eine dieser alltäglichen kleinen Lügen und Lippenbekenntnisse gefragt sind, dann denke ich an etwas besonders Schönes. Sagt mal "Sozialismus" und stellt euch etwas ganz besonders Schönes vor..."

weitere Sender / Redaktionen: Bettina Ricklefs, BR / Christian Granderath, NDR / Manfred Hattendorf, SWR / Rosemarie Wintgen, RBB / Michael André, WDR

Producer: Matthias Adler, Herstellungsleitung: Sebastian Werninger, Herstellungskoordinator: Lars Burkardt, Produktionsleitung: Tim Greve, Produktionskoordinator: Katharina Haase, Casting: Anja Dihrberg Casting, Montage: Jens Klüber, Tonmeister: Jörg Kidrowski, -Ass.: Lutz Lassek, Szenenbild: Lars Lange, -Ass.: Karina Lange, Kostümbild: Steffi Bruhn, Wiebke Warskulat, Maskenbild: Jeanette Latzelsberger, Außenrequisite: Alex Lambriev, -Ass.: Tabea Schweiger, Innenrequisite: David Thummerer, Produktionsassistentin: Reiki Braun, Assistenz Produktionsbüro: Martin Pelzl, Filmgeschäftsführung: Iris Karmaat, -Ass.: Melanie Heise, 1. Regieassistenz: Isabel Paul, 2. Regieassistenz: Sandra Krauß, 1. Kamerassistent: Daniel Erb, 2. Kamerassistenz: Carola Rodrigues Sanchez, 1. Aufnahmeleitung: Daniel Rillmann, Locationmanager: Jens Noack, -Ass.: Tino Kurze, Setaufnahmeleiter: Carsten Bartelt, -Ass.: Simon Trempnau, Simon Heidtke, Bildgestalter / Zweite Kamera: Lars Petersen, Beleuchter: Urs Zimmermann, Jörg Hartmann, -Ass.: Elisabeth Formann, Oliver Joest, Kamerabühne: Hannes Tröger, Best Boy: Thorge Horstmann, Script / Continuity: Lucia Mostowicz, Kostümenbildass.: Simone Zimmermann, Kristin Schuster, Jane Hoyer, Garderobe: Nora Kiessling, Patineurin: Brita Hofmann, Schneider: Steffen Sureck Art Department Koordinator: Lisa Folkens, Set Decoration: Isabel von Forster, -Ass.: Stefanie Kromrei, Set Decoration Buyer: Ralf Strohschein, Fahrer: Mark Wadewitz, Jörg Schade, Location Scout: Motiv Büro Berlin Christian Meinecke, Stefan Wöhleke, Baubühne: Christian Edners, Thorsten Haubold Bauauf, Ron Büttner, Friederike Berthold, Picture Vehicle Koordinator: Alexander Stolle, Requisitenfahrer: Tim Zerneke, Produktionrunner: Katharina Kremer, Fahrer: Bernd Koeppe, Peter Schinlauer, Postproduktion: Sandra Timm, Music Consultant: Stefan Broedner, VFX: VFX Unit Denis Behnke, SFX / Waffen: Adolf Wojtinek, Presse

PREISE

GRIMME PREIS 2013 für Drehbuch, Regie, Ausstattung und stellv. für die Schauspieler J.J. Liefers, C. Michelsen und S. Urzendowski

HESSISCHER FILMPREIS Beste Schauspielerin 2012 - Claudia Michelsen

GOLDENE KAMERA "Beste Schauspielerin national" Claudia Michelsen

BLAUER PANTHER für Nadja Uhl

Publikums BAMBI 2012

JUPITER AWARD 2013

Deutsche Akademie für Fernsehen "Bester Schnitt" Jens Klüber

 

NOMINIERUNGEN

DEUTSCHER FERNSEHPREIS 2013
"Bester Mehrteiler"
"Beste Schauspielerin": Claudia Michelsen, Nadja Uhl
"Bester Schauspieler": Jan Josef Liefers

 

PRESSE

 

TV TODAY: Der beste Film über DDR und Mauerfall

TV Spielfilm TIPP DES TAGES: Das Fazit vorweg: "Der Turm" ist überragend ... Der Bestseller über das Ende der DDR als grandioses Star-Spektakel... Ergreifend, stimmig, uneitel: So geht "Event"-TV!

 

KINO.DE

Familiensage über den schleichenden Untergang der DDR. Der Zweiteiler ist ein mehr als würdiger Beitrag zum Tag der deutschen Einheit. Thomas Kirchner, auch früher schon Autor bemerkenswerter Drehbücher zu zeitgeschichtlichen Ereignissen ("Das Wunder von Berlin", "Schicksalsjahre"), ist es gelungen, Tellkamps als unverfilmbar geltendes, tausend Seiten umfassendes Werk zu verdichten und ihm dennoch treu zu bleiben. Die Umsetzung besorgte Christian Schwochow, der bereits mit "Novemberkind" einen sehenswerten Beitrag zur Aufarbeitung der DDR geleistet hat.

 

ANDREAS PLATTHAUS / FAZ

... Uwe Tellkamp hat im Gespräch mit dieser Zeitung den Drehbuchautor Thomas Kirchner für dessen Leistung hervorgehoben (F.A.Z. vom 29. September). Ihm gebührt tatsächlich noch vor dem Regisseur Christian Schwochow und den beiden Produzenten Nico Hofmann und Benjamin Benedikt höchstes Lob. Wie er die tausend Seiten "Turm" notgedrungen (trotz insgesamt drei Stunden Sendezeit) verknappt hat und trotzdem etliche Motive, die im Buch nur versteckt oder gar nicht ausgebreitet werden, in den Mittelpunkt rückt, das beweist ein profundes Verständndis des Unterschieds zwischen literarischer und filmischer Narration. ... Der entscheidende Unterschied zwischen Roman und Verfilmung ist dieser: Das Buch "Der Turm" ist ein Werk, das neben seinem Personal die Welt beschreibt, die es bevölkert - als eine befremdende Welt. Der Film "Der Turm" setzt nun ganz auf die Akteure, und sie lassen die Welt, in der sie leben, vergessen, weil ihre Handlungsweisen Gültigkeit über die konkrete Situation der achtziger Jahre in der DDR hinaus besitzen. Das ist das größte Faszinosum des Zweiteilers: dass "Der Turm" nun sichtbar wird nicht mehr nur als Epochenroman, sondern als Aussichtspunkt auf das, was wir Conditio humana nennen.

 

JENS BISKY / SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

... Kann man das verfilmen? Selbstverstädlich, wenn man es kann. Wer die ersten zwanzig Minuten des zweiteiligen Fernsehfilms DER TURM gesehen hat, wird sich die Frage nicht mehr stellen. So rasant und klug wie hier ist er selten in eine Geschichte hineingelockt worden. ... Die Exposition ist grandios gelungen, den Drehbuchautor Thomas Kirchner kann man für seine Virtuosität nur bewundern ...

 

NIKOLAUS VON FESTENBERG / DER SPIEGEL

"Der Turm": Untergang und Wiedergeburt

Es war die Begegnung dieses TV-Jahres: Die große, alte, ewig, junge und wilde Dame Literatur trifft, eingehüllt in die Pracht ihrer herrlichen Wortschleier, auf die Bildjäger des Fernsehens, die eingezwängt sind in Formate und Quote. Das konnte nicht gutgehen. Und ging doch gut. Sehr gut.

Im Fall der zweiteiligen Verfilmung von Uwe Tellkamps Wenderoman "Der Turm" geschah das Medienwunder - grenzenloses Kunstvergnügen durch Anerkennung von Grenzen. Diejenigen, die Tellkamps 2007 erschienenes 1000-Seiten-Buch nicht nur gekauft, sondern auch gelesen hatten, fremdelten zunächst vor dem Schirm: Wo war die Schilderung von "Ostrom" geblieben, dem düsteren Sitz der DDR-Funktionäre? Wo die verwunschene Welt der Dresdner Bildungsbürger? Wo die magische Beschreibung einer verwüsteten Natur, wo das süße Wortgeklingel abendländischer Bildung? Auftrittsverbot.

Thomas Kirchner (Drehbuch) und Christian Schwochow (Regie) schnitten sich voller Selbstbewusstsein aus dem Riesenlaib des Tellkampischen Untergangspanoramas die Teile heraus, die das Fernsehen verdauen kann: schwacher Vater, leidender Sohn, brutale Offiziere, verklemmter Sex, die Melancholie unterdrückter Menschen. Das Ensemble der Schauspieler - das Beste, was das deutsche Fernsehen besitzt - bannte den Geist des Romans auf ihre Gesichter und schuf ein eigenes großes Buch im großen Buch. Mehr geht nicht.

 

RAINER TITTELBACH

Vom Niedergang der DDR, von einer dem Bildungsbürgertum zugehörigen Familie, die zwischen Opportunismus und Trotz nach Nischen im realen Sozialismus sucht – davon erzählt „Der Turm“. Der Zweiteiler nach dem Roman von Uwe Tellkamp zeigt, wie Ideale an den Mauern der ideologischen Diktatur zerschellen. „Der Turm“ ist eine beispielhafte, klug montierte Literaturverfilmung. Ein Film, der aus seinen Charakteren lebt. Ein Stück gelebte Geschichte. Die DDR auf der Couch, aber auch eine Familie wird Opfer eigener Zwänge. Ein großer Wurf!

Vom Niedergang der DDR, von intellektuellem Stillstand, von einer Familie, die nach Nischen im realen Sozialismus sucht, aber immer wieder auf einen schmerzlichen Opportunismus zurückgeworfen wird – davon erzählt „Der Turm“. Der Zweiteiler nach dem gleichnamigen Roman von Uwe Tellkamp zeigt, wie humanistische und humanitäre Ideale an den Mauern der ideologischen Diktatur zerschellen. Längst ist dieses „System“ für Intellektuelle ein schlechter Witz geworden, aus Ironie wird bald Zynismus – bis irgendwann auch die Mauern des kaputten Staates marode sind. „Der Turm“ erzählt aus der Innensicht einer Familie, der kleinsten Zelle der Gesellschaft, dem Bindeglied zwischen Staat und Individuum. Das Ergebnis ist kein Grenze-auf-Event-Movie mit finalem Wohlfühlschauer, kein Verzweiflungskampf zwischen dem Einzelnen und der Staatsmacht. Der Film folgt den Hoffmanns durch die letzten sieben Jahre der DDR. Alle sitzen im selben Boot, es schaukelt, öfters droht einer, über Bord zu gehen oder in ein Rettungsboot umzusteigen. „Der Turm“ ist eine beispielhafte Literaturverfilmung. Trotz der fast 1000 Seiten der Vorlage wird der Zuschauer nicht erdrückt von den Geschichten. Es ist ein Film, der ganz aus seinen Charakteren lebt. Ein Stück gelebte Geschichte. Ein ganz großer Wurf der ARD. Der Familienvater gibt zunächst den Ton an. Richard Hoffmann (Jan Josef Liefers), der Dresdner Chirurg, der auf den Chefposten seiner Klinik hofft, eine Autoritätsperson, scheint prädestiniert zu sein als eine Figur, die sich am Ist-Zustand der Gesellschaft abarbeitet: der Bildungsbürger und der real existierende Sozialismus. Er ist der Macher. Der, der sich schon mal den Mund verbrennt, der den langen Arm der Stasi zu spüren bekommt, der seit Jahren ein Doppelleben führt mit Geliebter und Kind, von dem seine Familie nichts weiß. Seine bessere Hälfte, Anne (Claudia Michelsen), Krankenschwester, die ihn einst verarztete und die danach seine Frau wurde, handelt vorsichtig, besitzt anfangs nicht das Selbstbewusstsein ihres Mannes. Still halten zum Wohle der Familie. Doch plötzlich ist die Familie Illusion. Ihr Mann wird depressiv und sie (politisch) aktiv. Sohn Christian (Sebastian Urzendowsky), ein Außenseiter, ein Bücherwurm, der Cello spielt und der unter dem Erwartungsdruck des Vaters leidet, ist in einer doppelten Zwickmühle. Verzweifelt über das starre System, die hohlen Rituale, die sozialistischen Denkverbote, gerät er in Konflikt mit den Autoritäten. Ausgerechnet im Straflager kommt ihm die Erleuchtung...Die DDR auf der Couch. Zwänge regeln die Kommunikation – aber nicht nur im Arbeiter- und Bauernstaat. Den politischen und institutionellen Zwängen steht zum einen der Druck gegenüber, den sich die Charaktere – allen voran Sohn Christian, der jede Minute zur (Fort-) Bildung nutzt und sich zum Leidwesen seiner „Freundin“ alles Schöne verbietet – selber machen, und zum anderen der Druck, der von der Familie ausgeht. „So was bleibt an der ganzen Familie hängen“, schimpft der Vater, nachdem Christian in der Schule mit sogenannter Nazi-Literatur erwischt wird und den eigentlich „Schuldigen“ nicht verrät. Der jugendliche Held verzweifelt an diesem System. Immer häufiger packt ihn die blinde Wut (vor so viel Dummheit): „Du kannst einfach nicht gewinnen!"

Das Drehbuch zu „Der Turm“ schrieb Thomas Kirchner. Bereits für „Das Wunder von Berlin“ erzählte er eine DDR-Familiengeschichte, kurz vor dem Mauerfall, die Perspektive der Jugend einnehmend. In dem Film nach Tellkamps Roman sind die Risse, die durch die Familie gehen, noch feiner, die Bedrohung der Familie von außen ist diffiziler. Dass die Charaktere vielschichtig, ihre Psychologie ausgefeilt ist, kann mit der Vorlage zu tun haben, muss aber nicht. Breloer jedenfalls schaffte mit „Die Buddenbrooks“ nicht, was Kirchner und Regisseur Christian Schwochow („Novemberkind“) mit „Der Turm“ gelingt: eine figurenreiche, zeitintensive Filmerzählung, die sich weder bei der Familiensaga noch bei der Dramaturgie der Seifenoper anbiedert. Auch gipfelt die DDR-Ideologie nicht in billiger Rhetorik oder den immergleichen Bildern. Der Film bleibt nah bei den Figuren und Situationen, er zeichnet aus den stimmig erzählten psychosozialen Details heraus den politischen Horizont und nicht umgekehrt. Die Geschichte folgt den Hauptfiguren, zu denen auch noch Richard Hoffmanns Schwager Meno gehört, ein Lektor in Gewissensnöten. Der Film montiert ihre Erfahrungen in subjektiven Episoden. Der (dramaturgische) Eigen-Sinn der Charaktere ist die Stärke des Films. Da wird nicht zum 100. Mal nur der Unrechtsstaat herbeizitiert, da wird erzählt, flüssig, lebendig, mal pointiert, mal verflüchtigt sich ein Nebenplot, wie im Leben. So macht zeitgeschichtliche Fernsehfiktion Sinn – und Spaß! (Text-Stand: 9.9.2012)

zum Artikel: www.tittelbach.tv